Firmenchronik

Kleine Firmenchronik

Im Jahre 1862 gründete Joseph Luckner, einer von zwei Wachszieherbrüdern aus Landshut, in der Sporerstraße 4 im Herzen von München die Firma „Der Wachszieher am Dom“. Die Gründerzeit der Firma ist nur sehr schwer mit alten Dokumenten und Unterlagen zu belegen, da die Kriegseinflüsse 1945 alles zerstörten. Der in dieser kleinen Wachszieherei arbeitende Geselle Franz Xaver Sagmüller übernahm diesen Betrieb. Er kaufte zusammen mit dem Milchhändler Krüger das Anwesen Sporerstraße 2 und zog mit seiner Wachszieherei dort hin. Seine Tochter Anna Sagmüller heiratete den Buchdruckermeister Josef Fürst.

Dieser erlernte noch den Beruf Wachszieher mit abschließender Meisterprüfung und übernahm mit seiner Frau die Firma. Zu dieser Zeit befand sich die Werkstatt im Keller der Sporerstraße 2, der Laden zu ebener Erde und im 3. Stock die Wohnung. Die Eheleute Fürst bekamen 1927 eine Tochter Annemarie und 1930 einen Sohn namens Walter. Während Josef Fürst in den Krieg musste, hat Anna Fürst mit Ihren 2 Kindern den Betrieb noch notdürftig am laufen gehalten, doch am 7. Januar 1945 traf eine Sprengbombe das Gebäude voll und legte in wenigen Stunden alles in Schutt und Asche.

Es begann die Nachkriegszeit mit Ihrem Willen zum Fortbestand und Wiederaufbau aus primitivsten Mitteln. Da Josef Fürst erst später aus dem Krieg zurück kam, lag es allein an Anna Fürst und Ihren Kindern Annemarie und Walter, die Firma aus dem Nichts wieder aufzubauen. Unter heute unvorstellbaren Entbehrungen und mit unermüdlichem Einsatz begannen Sie mit dem Wiederaufbau. Hilfe bekamen Sie von der alteingesessenen Firma des Meinrad Forster in der Inneren Wiener Straße. Ohne diese Hilfe wäre es nicht gelungen wieder Fuß zu fassen. In den Kellerräumen der Promenadestraße 15, welche später in Kardinal-Faulhaber-Straße umbenannt wurde, entstand mit relativ geringen Mitteln wieder eine Wachszieherei. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch den Wachszieher Kollegen Karl Wiedemann in Deggendorf, und der Firma Dunzinger in Regensburg. Sie halfen in der schlimmsten Zeit mit Werkzeugen und Material.

Bedingt durch den Neubau des Hauses musste die Werkstatt umziehen in das Rückgebäude der Fürstenstrasse 10. Nach der Fertigstellung konnte in der Kardinal-Faulhaber-Straße 15 der erste Laden der Wachszieherei Fürst wieder eröffnet werden.

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Leider konnte der Wiederaufbau des eigenen Anwesens in der Sporerstraße 2 in dieser schweren Zeit finanziell nicht gestemmt werden. Zusammen mit der Firma Münzinger war ein Wiederaufbau möglich, aber es blieb nur ein kleiner Eigentumsanteil an dem Gebäude übrig, der es zumindest ermöglichte mit dem Laden an den Ort seiner Gründung zurückzukehren.

Während Annemarie Fürst sich nun mit großem Fleiß und Einsatz dem Fortbestand des Ladengeschäfts annahm, baute ihr Bruder Walter an das vorhandene Haus in München Sendling in der Uttinger Straße 18 eine neue Werkstatt auf, die 1955 in Betrieb genommen werden konnte. Er heiratete Maria Liebhart aus Poing, welche tatkräftig in der Firma mithalf. Aus dieser Ehe entstammten 1961 Tochter Irmgard, 1963 Sohn Franz und 1964 Sohn Bernhard. Beide Söhne machten in den Kollegenbetrieben Fa. Bonn Bamberg, Fa. Wenzel Aschaffenburg, Fa. Bayerle Günzburg und Fa. Miller Augsburg, ihre Wachszieherlehre mit abschließender Meisterprüfung.

Nach dem sich 1986 Annemarie Fürst in den Ruhestand zurückzog, übernahm Franz Fürst das Ladengeschäft in der Sporerstraße 2, während Bernhard Fürst sich um die Modernisierung der Werkstatt kümmerte. 1991 beanspruchte die Firma Münzinger die Räumlichkeiten in der Sporerstraße 2 für den Eigenbedarf was einen Umzug des Ladens zum Sebastiansplatz zur Folge hatte. Dies ermöglichte eine Splittung in das Ladengeschäft durch Franz Fürst und die Werkstatt durch Bernhard Fürst.

Leider erwies sich der Sebastiansplatz als schlechte Wahl und dem Laden drohte ein schnelles Ende. Als großes Glück stellte sich heraus, dass die Firma Feinkost Scheerer nach über 100 Jahren das Geschäft aufgegeben hat und die Familie Riedmayr Ihre Ladenräume uns zur Verfügung stellte. Ein erneuter Umzug brachte die Firma „Der Wachszieher am Dom“ am 1. Februar 1992 zurück an den Dom, in das Nachbarhaus der Firmengründung. Jetzt: Thiereckstraße 2.

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1994 übergab Walter Fürst die Werkstatt an seinen 2. Sohn Bernhard Fürst der sich trotz schwerer Krankheit mit großem Ehrgeiz um die ständige Verbesserung der Kerzenherstellung bemüht und seine ganze Kraft in den Fortbestand der Firma investiert. Im Jahr 2000 heiratet Franz Fürst seine Frau Zdenka Batkovic, die nach einer Ausbildung bei der Firma Schütz in Memmingen ihre Kreativität im Laden einbringt und seitdem für ein modernes Sortiment sowie ein zeitgemäßes Erscheinungsbild des Ladens verantwortlich ist. Aus dieser Ehe entstammen 2 Töchter, 2004 Jessika und 2010 Andrea. Ob die Töchter die Familientradition weiterführen ist auf Grund Ihres Alters noch nicht absehbar aber sicher wünschenswert.

Am 3.4.2006 stirbt mit Walter Fürst unser lieber Vater. Er war bei seinen Kunden und Kollegen äußerst beliebt, was seine extrem lange Zeit, von 1970 bis 1994, als Obermeister der Wachszieher-Innung unterstreicht. Seine Firmenphilosophie mit der er das Unternehmen von der Nachkriegszeit bis zu seinem Ruhestand aufgebaut und geprägt hat, wird auch in der Zukunft weiter Gültigkeit haben und unser Denken und Handeln stets positiv beeinflussen.

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Nur durch den Zusammenhalt und tatkräftigen Einsatz aller Familienmitglieder und durch die Treue unserer Kunden ist es möglich unser 150 jähriges Firmenjubiläum zu feiern.

Ob der Kunde im Laden der eine individuelle Hochzeitskerze, Taufkerze, Kommunionkerze e.t.c. sucht, oder der Kirchen- und Großkunde, der in der Werkstatt Kerzen bestellt; Jeder Kunde kann sich sicher sein, dass er mit dem Kauf einer Fürstkerze nicht nur ein in Meisterhand gefertigtes Qualitätsprodukt zu einem fairen Preis erhält, sondern dass er damit auch einen Beitrag zum Erhalt dieser selten gewordenen Handwerkstradition in München beiträgt.

Danke unseren treuen Kunden, unseren Kollegen und unseren Mitarbeitern, ohne deren Mithilfe unsere Firma so nicht mehr existieren könnte.

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Sie haben Fragen zu unseren Kerzen oder zur Individualisierung, schreiben Sie uns eine E-Mail.

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